Wissenswertes

Pastellkreiden

Künstlerpastelle bestehen fast ausschließlich aus reinen Farbpigmenten. Das macht die Leuchtkraft von Pastellbildern so unvergleichlich. Mit einem sehr gringem Anteil an Bindemitteln werden sie von namenhaften Herstellern immer noch traditionell per Hand gerollt.
Ich persönlich habe mich nicht auf einen Hersteller festgelegt, sondern arbeite mit verschiedenen Künstlerkreiden. Jeder Hersteller hat seine eigene Rezeptur. Dadurch haben die Kreiden je nach Hersteller etwas andere Maleigenschaften, wodurch die Kreiden bei mir unterschiedliche Einsatzschwerpunkte bekommen. Besonders weiche Kreiden z.B. von Schmincke oder Sennelier bieten hervorragende Möglichkeiten für weiche Verläufe und satten Farbauftrag. Härtere Kreiden wie Unison und Rembrandt eignen sich gut, um Konturen darzustellen oder bestimmte Effekte auf einer bestehenden Farbschicht zu erzielen.

Das Malen mit Pastellkreiden

Die Pastellmalerei lebt von dem Übereinanderlegen und Entfernen mehrerer Farbschichten. Dafür werden die Kreiden vornehmlich mit den Händen auf den Malgrund gebracht und zum Teil mit speziellen Hilfsmittel wieder abgenommen. Dabei wird in der Regel mit den dunklen Bildbereichen begonnen. Weitere Schichten mit den Mitteltönen folgen. Zum Schluß werden die hellen Farbflächen und Lichter aufgetragen. Leuchtkraft und Reinheit der Farbpigmente kommen so am wirkungsvollsten zur Geltung.
Die Arbeit mit Pastellkreiden hat durch die trockene Arbeitsweise besondere Vorteile. Sie ermöglicht es, über mehrere Stunden zu malen, ohne den Arbeitsfluß zu stören, da Trocknungszeiten entfallen. Dies hat außerdem den Vorteil, dass die Arbeit an einem Bild jederzeit unterbrochen werden kann. Auch kleine Korrekturen sind fast immer möglich.

Malgrund für Pastellkreiden

Meistens verwende ich die Pastel Card von Sennelier. Sie besteht aus einem beschichteten 350g/qm Karton. Diese rauhe, säurefreie Beschichtung aus rein pflanzlichen Stoffen kann mehrere Farbschichten halten. Die Pigmente haften deutlich besser, können somit satter aufgetragen werden und leuchten noch intensiver. Auch der Einsatz von Fixativen kann somit stark reduziert werden. Die Pastel Cards sind in 14 verschiedenen Farbtönen erhältlich. Die Farbe des Malgrundes kann wunderbar in den Bildern verwendet oder auch als Hintergrund stehen gelassen werden.
Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass sich auch wundervolle Bilder auf Zeichenpapier erarbeiten lassen, aber beim Farbauftrag zeigt es leider schnell seine Grenzen. Sobald Sie die Möglichkeiten des Übereinanderlegens der Farbschichten erkennen und benutzen werden, wird das "aha-Erlebnis" nicht lange auf sich warten lassen und Ihre Bilder werden schnell an Ausdruck gewinnen.
Im Fachhandel für Kunsthandwerk sind auch andere spezifische Malgründe für Pastelle erhältlich. Velourpapier, rauhe Papiere von Hahnemühle und noch einiges mehr, aber da muss jeder selbst seinen Favoriten herausfinden. Für mich ist derzeit allerdings die farbige Pastel Card das optimale Medium.